Willkommen auf dem Blog der Missionsgemeinde Ansbach!

 

Ganz nach dem Motto "Ein Kaffee mit Jesus" möchten wir Ihnen hier mit regelmäßigen Beiträgen zu verschiedenen biblischen Themen, kurz und bündig geistliche Energie für die Woche mit auf den Weg geben.

 

Das wird mal eher Richtung Espresso gehen und mal der etwas ausführlichere Grande Cappuccino sein, doch die kurze Pause lohnt sich bestimmt.

 

Schenken Sie sich doch gleich eine Tasse ein.


Mittwoch, 31. Oktober 2018

 

Der Wettlauf des Glaubens

[von Benny]

 

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben.“ 2. Timotheus 4,7-8

 

Mit diesen Worten wendet sich Paulus im Gefängnis kurz vor seinem Tod an seinen treuen Mitarbeiter Timotheus. Er ermutigt ihn, standhaft im Dienst zu bleiben, und sich das Leben des Paulus als Beispiel zu nehmen. Paulus veranschaulicht seinen Punkt mit bildhafter Sprache, er nutzt den Athleten als Metapher. Um herauszufinden, was er damit genau meint müssen wir zuerst klären was es damals bedeutete ein Athlet zu sein.

 

Tatsächlich hat Sport in der Antike eine große Rolle gespielt. Es wurden in regelmäßigen Abständen Sportgroßereignisse abgehalten, diese bildeten den Ursprung für die Olympischen Spiele wie wir sie heute kennen. Diese Events dienten allerdings nicht nur dem Entertainment der Bevölkerung, sondern hatten als Opferfeste für die „Götter“ auch einen religiösen Charakter. Und nicht zuletzt gelang es so die jungen Männer im Training und somit bereit für einen eventuellen Kriegseinsatz zu halten. Dementsprechend ernst wurden auch die Wettkämpfe genommen. Oft bevorzugten die Athleten den Tod im Wettkampf gegenüber einer Niederlage.

 

Sehen wir uns die Worte des Paulus vor diesem Hintergrund noch einmal an. „Ich habe den guten Kampf gekämpft...“ Mit dem Kampf meint Paulus den Kampf gegen die Sünde und all deren negative Einflüsse in unserem Leben. Mit dem antiken Athleten, der um Leben und Tod kämpfte, im Hinterkopf ist dieses Bild doch ein sehr Starkes. Aber anders als diese Sportler müssen wir nicht alleine kämpfen. Wir dürfen wissen, dass Jesus stets mit im Ring steht, und uns beisteht. Schließlich ist er derjenige, der der Sünde schon bis aufs Blut widerstanden hat. (Hebräer 12,3-4) „Ich habe den Lauf vollendet...“ Der Lauf ist unser irdischer Auftrag Gottes Wort mit dem Blick aufs Ziel weiterzusagen. Das Ziel dieses Laufs ist es nicht, hier auf Erden Perfektion zu erreichen, sondern kontinuierlicher Fortschritt, hin zum Ziel einst bei dem Herrn Jesus im Himmel.

 

Paulus weiß aus eigener Erfahrung, dass der Lauf oft ein anstrengender ist, und spricht Timotheus deshalb den Mut zu, nie stehen zu bleiben, sondern immer weiter in Richtung Ziel zu laufen. „Ich habe den Glauben bewahrt.“ „Es ist der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ So definiert es der Hebräerschreiber in Hebräer 11,1. Das entscheidende Stichwort ist hier Tatsachen. Glaube ist wenig wert, wenn er nicht auf Tatsachen begründet ist.

Wenn ich glaube, dass Kühe lila sind ändert es nichts daran, dass Kühe braun sind, egal wie groß mein Glaube ist. Den Glauben auf Gott – eine Tatsache – zu setzen ist dementsprechend kein Risiko, sondern das Sicherste für was wir uns entscheiden können.

 

Zuletzt erwähnt Paulus die Krone der Gerechtigkeit. Keine aus vergänglichen Zweigen, wie sie die Sieger bei Olympia erhielten, sondern eine Unvergängliche. Und die erwartet auch uns, wenn wir unser Vertrauen auf Gott setzen. Folglich dürfen wir, wenn wir uns für den guten Kampf, für den Wettlauf des Glaubens entscheiden, zwei Dinge wissen: Es wird uns etwas kosten, aber es lohnt sich.


Donnerstag, 05. Juli 2018

 

„Spuren der Sintflut“

[von Benny]

 

Für zwei „Bücher“ ein und desselben Autors interessiert sich der Redner unserer letzten Vortragsreihe, Richard Wiskin, ganz besonders: Das eine Buch ist die Bibel, die als Christ seine Weltanschauung grundlegend prägt, und das andere „Buch“ sind Gesteine, die uns vieles über die Geschichte des blauen Planeten erzählen können, vorausgesetzt wir lesen sie richtig. Das tut der Kanadier, der nicht nur als Geschichte-, Biologie- und Geographielehrer sondern auch als Archäologe aktiv war, leidenschaftlich gern. Und dementsprechend gefesselt hingen ihm die zahlreichen Zuhörer auch an den Lippen als er biblische Aussagen anhand naturwissenschaftlicher Erkenntnisse erklärte. Aussagen über die ursprüngliche Welt etwa, der Welt wie Gott sie in sechs Tagen geschaffen hatte. Eine Welt, die Gott selbst als „sehr gut“ erachtete (1. Mose 1,31).

 

Doch wie passt das zu der Aussage aus 1. Mose 6,12 ? „Und Gott sah die Erde, und siehe sie war verdorben; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verdorben auf Erden.“ Und wie passt das zu unserer heutigen Erde, die sicherlich in Teilen gut, aber unbestreitbar auch teilweise sehr schlecht ist ? Gott hat sich nicht verändert. Der Ungehorsam von Adam und Eva veränderte die Welt, er katapultierte die Menschen, und damit die ganze Erde in eine Abwärtsspirale des Bösen. Das konnte Gott nicht dulden und beschloss eine große Flut zu schicken, um alle, die ihm keinen Glauben schenkten und sich nicht in Noahs Arche retten ließen, auszulöschen. In 1. Mose 7,19 lesen wir: „Ja die Wasser nahmen so sehr überhand, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.“

 

„Alle hohen Berge“, eine Aussage die, so erklärte der Pädagoge, sich nicht auf die heute bekannten Berge bezieht, die erst später durch Kontinentalplattenverschiebungen ihre heutige Höhe erreichten, sondern auf Gebirge einer Höhe von maximal 2.500m, die sich mit der Gesamtmenge an Wasser, die es in unserer Erdatmosphäre gibt, vollständig abdecken ließen. Ein Beweis dafür sind versteinerte Meerestiere, die man heute auf Höhen von über 4.000m findet. Die ursprünglich weiter unten liegenden Sedimentschichten mit den darin eingeschlossenen Ammoniten wurden durch den Druck der Kontinentalplatten wie ein Teppich, den man von zwei gegenüberliegenden Seiten anschiebt, nach oben gewölbt.

 

An diesem und an vielen weiteren Beispielen zeigt sich, dass sich die beiden „Bücher“, die Bibel und die Gesteine, die ja in Gott denselben Autor haben, nicht widersprechen, sondern gegenseitig bestätigen. Und noch etwas machen uns diese Millionengräber von versteinerten Tieren und Menschen klar: Die Welt war nicht mehr nur gut. Die Welt war verdorben und Gott musste die Konsequenz daraus ziehen. Er sandte die Flut. Doch weil Gott ein gnädiger Gott ist ließ er den gläubigen Noah und seine Familie sowie Tiere jeder Art überleben. Und Gott ließ auf den Narben der alten Welt, auf dem Trümmerhaufen seines Zorns über die Verdorbenheit etwas Neues entstehen. Eine schöne neue Welt, aber eine Welt mit Narben.

 

Ein passendes Bild für eine geistliche Wahrheit. Denn auch wir haben aufgrund des Bösen in unserem Leben Narben. Narben an unseren Körpern aber vor allem Narben in unseren Seelen. Die Sünde hinterlässt unweigerlich Spuren. Und Gott kann Sünde auch heute nicht einfach so hinnehmen - Er kann und will sie uns vergeben. Doch es ist gut zu wissen, dass Gott, wenn wir an ihn glauben, auf unseren Narben, auf dem Trümmerhaufen unseres Lebens, etwas Gutes entstehen lassen kann. Er kann aus einem innerlich vernarbten Menschen einen innerlich schönen Menschen machen. Gott kann aus etwas Stinkendem aus der Vergangenheit eine Kultur für die Zukunft bilden, oder wie Martin Luther sagte: „Des Teufels Mist ist Gottes Dünger“.

 

Verlassen wir uns auf ihn, und lassen wir Gott aus dem Schlechten in unserem Leben etwas Neues & Gutes machen. Er kann. Das zeigt er uns auf den Spuren der Sintflut und das zeigt er uns in der Bibel, etwa in 1. Johannes 1,8-9: „Wenn wir behaupten, ohne Sünde zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit. Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, erweist Gott sich als treu und gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem Unrecht, ´das wir begangen haben`.“


Mittwoch, 28. März 2018

 

Betest du?

[von Benny]

 

Schön dass du wieder hier vorbeischaust. Nun geht es wie bereits angekündigt mit dem eigentlichen Text weiter.

„Unser Vater im Himmel,“ – Gott ist der Vater, wir sind die Kinder. Wir dürfen den Heiligen Gott als Vater ansprechen! Bitten wir ihn, dass er uns seine instinktive, bedingungslose Liebe erkennen und weitergeben lässt. Und danken wir ihm dafür. Das steht nicht umsonst gleich am Anfang (vgl. Lukas 11, 11-13; Psalm 103,13) !

 

„geheiligt werde dein Name!“ – Gott ist heilig, wir sollen ihn anbeten. Wir sollten Gott respektvoll gegenübertreten. Gottes Name ist „Ich bin“ (vgl. 2. Mose 3, 14). Denn Gott ist alles was wir benötigen. Beschäftigen wir uns weniger mit uns selbst und mehr mit Gott. Preisen wir Gott dafür, dass wir in ihm alles haben dürfen (vgl. 2. Korinther 6,10).

 

„Dein Reich komme!“ – Gott ist der König, wir sind seine Untertanen. Gottes Reich wird hier auf Erden gebaut. Beten wir, dass er damit in unserem Leben anfängt und bei Missionaren in aller Welt weitermacht (vgl. Matthäus 28, 19-209; Offenbarung 5, 9-10).

 

„Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ – Gott ist der Herr, wir sind seine Diener. Beten wir, dass Jesus uns leitet. Akzeptieren wir seinen Willen zu 100% und nehmen auch schwierige Umstände als Teil von Gottes perfektem Heilsplan an (vgl. Jeremia 29, 11; Apostelgeschichte 20:22-24).

 

„Gib uns täglich unser nötiges Brot!“ – Gott ist der Erhalter allen Lebens, wir sind die Empfänger. Brot steht hier für weit mehr als Nahrung. Alles was wir zum Leben brauchen kommt aus Gottes Hand: Gesundheit, Arbeit, ein Dach über dem Kopf, etc. Die Liste ließe sich unendlich fortführen. Merke: Hier wird die Mehrzahl verwendet. In unserer Individualistischen Kultur neigen wir schnell dazu aus dem „uns“ ein „ich“ zu machen. Beten wir täglich für die scheinbar ganz selbstverständlichen Dinge über die wir uns sonst erst dann Gedanken machen, wenn wir sie nicht mehr haben (vgl. Matthäus 6, 26; Psalm 147,9).

 

„Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist!“ – Gott ist der Retter, wir sind auf seine Rettung angewiesen. Bitten wir Gott, der als einziger Schuld vergeben kann, täglich um Vergebung für unsere Verfehlungen. Aber streben wir auch im Umgang mit unseren Mitmenschen nach Harmonie. Das bedeutet nicht, Probleme unter den Teppich zu kehren, sondern Sie anzusprechen, ins Reine zu bringen und anderen gegenüber nicht nachtragend zu sein. (vgl. Matthäus 18, 21-35; Lukas 17, 3)

 

„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!“ – Gott ist der Sieger, wir sind die Kämpfenden. Warum sagt Jesus uns das? Er weiß, dass wir versucht werden und dass wir das Falsche tun werden, wenn wir ihn nicht darum bitten, dass er uns vom Bösen erlöst. Bitten wir ihn also darum. Und auch hier wird in der Mehrzahl gesprochen, denn: „Ein Christ allein geht ein.“ Gemeinschaft hilft uns zusammen den Kampf gegen die Versuchung zu gewinnen (vgl. 1 Korinther 10: 13, Hebräer 12,1-4).

 

Mit diesem Gerüst als Vorlage kannst auch Du heute damit anfangen zu beten. Oder wenn Du schon regelmäßig betest kannst Du damit anfangen, strukturiert zu beten. Wie erwähnt, handelt es sich um ein Muster, kein Mantra. Ein persönliches Gespräch mit Gott muss nicht so aussehen, doch hilft diese Struktur, im Gebet die richtigen Prioritäten zu setzen. Wenn Du Dir das alles nicht merken kannst, dann drucke Dir doch einfach das PDF-Lesezeichen mit den 7 Punkten aus, schneide es aus, klebe es als Vorder- und Rückseite auf einen Karton und lege es in Deine Bibel. So fällt es Dir noch leichter das Lesen in Gottes Wort mit Gebet zu verbinden.


Montag, 05. März 2018

 

Betest Du ?

[von Benny]

 

Wohl jeder von uns - ob Christ oder nicht - hat schon einmal gebetet. Spätestens wenn wir in Situationen kommen, die wir nicht mehr unter Kontrolle haben, sehnen wir uns eine höhere Instanz herbei, die unsere Probleme lösen kann. Die gute Nachricht: Diese Instanz gibt es. Gott ist Realität! Die andere gute Nachricht: Wir können persönlich in Kontakt mit ihm treten, eine Beziehung zu ihm führen. Und: Gebet beschränkt sich bei weitem nicht auf unsere Probleme. Aber wenn das so ist, dann stellt sich natürlich die Frage, wie wir beten sollen…

 

Die gleiche Frage stellten sich auch die Jünger Jesu vor etwa 2000 Jahren: In Lukas 11 lesen wir, wie einer der Jünger Jesus fragte: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte!“ Jesu Antwort: Das uns allen bekannte „Vater-Unser“. Doch ist das des Rätsels Lösung? Ein einziges Gebet für alle Freuden und Probleme, allen Dank, alle Wünsche, für uns und unsere Mitmenschen? Ja und Nein. Jesus gab uns das „Vater-Unser“ als Modell, nicht als Mantra. Dafür spricht, dass Jesus an anderer Stelle (Matthäus 6,9-13) ein Gebet mit der gleichen Grundaussage, aber anderem Wortlaut empfiehlt. Schlüsseln wir den Text aus dem Lukasevangelium doch einmal auf. Was sagt uns das Gebet über Gott, und was sagt es über uns selbst und unsere Mitmenschen. Doch bevor wir loslegen einige Hilfestellungen: Natürlich können wir immer und überall beten, doch wir machen es uns leichter und sind weniger dazu geneigt abzuschweifen, wenn wir einige Dinge beachten. Selbst von Jesus lesen wir in Markus 6,46 dass er zum Gebet Ruhe suchte.

 

1) Ort: Suche Dir einen stillen, privaten Ort, wo Du nicht von dem beeinflusst wirst was Andere über dich denken könnten.

2) Stimme: Wenn irgend möglich bete laut. Nicht weil Gott Dich anders nicht hört, sondern weil das formulieren und aussprechen von Worten Dir dabei hilft, Dich auf das zu konzentrieren was Du Gott sagen willst.

3) Ablenkung: Vermeide für die Zeit des Gebets alles was Dich ablenken kann. Egal ob es das Handy, das Autoradio oder der Fernseher ist.

4) Zeit: Nehme Dir täglich bewusst Zeit für das Gebet. Wann das ist hängt von Deinem individuellen Tagesablauf ab. Gehe aber sicher, dass es eine Zeit ist, in der Du die oben genannten drei Punkte umsetzen kannst, und mache es zu einem regelmäßigen festen Termin.

 

Wie eingangs bereits angekündigt geht es im zweiten Teil mit dem eigentlichen Bibeltext weiter. Und: Wir haben uns eine kleine Hilfestellung für Dein tägliches Gebet und Bibelstudium überlegt – für uns ist sie bereits ein treuer Begleiter. Schau doch einfach nächstes mal wieder vorbei.


Donnerstag, 18. Januar 2018

 

Die Wege des Herrn sind unergründlich…

[von Benny]

 

Es ist Winter und ich bin mit den Langlaufskiern im Lechtal unterwegs. Morgens habe ich mir etwas mehr Zeit gelassen und bin daher später als sonst gestartet. Die Loipe zieht sich durch das gesamte Tal, und ich muss selbstverständlich so weit fahren wie die Loipenverhältnisse es zulassen. Auf dem Rückweg beginnt es bereits dunkel zu werden. Licht habe ich natürlich keines dabei, und ich weiß aus Erfahrung, dass es besonders in so einem Bergtal sehr schnell sehr dunkel wird. Also bete ich: „Herr Jesus, lass mich doch bitte schnell und sicher zurück zu unserer Ferienwohnung kommen.“

 

Ich wusste dass ich noch über zehn Kilometer leicht ansteigenden Rückweg vor mir hatte, und bis dahin würde es stockfinster sein, „entsprechend muss sich Gott nun etwas Besonderes einfallen lassen“, dachte ich mir. „Ich weiß dass Gott alle Dinge möglich sind“ ging es mir durch den Kopf... aber verzögert er wirklich den Einbruch der Dunkelheit im gesamten Tal? Ein Naturphänomen, das am nächsten Morgen in der Zeitung stehen würde, nur damit ein Langläufer, der nicht auf die Uhr schauen kann, sicher zurückkommt? Gott könnte, sicher... aber eher nicht. Viel wahrscheinlicher würde er es doch meinen Augen ermöglichen im Dunkeln zu sehen. Bei Eulen hat er das ja auch so eingerichtet, warum also nicht auch bei mir? Nur das eine Mal.


Und als meine Gedanken so kreisen höre ich ein Auto hupen. Verwundert drehe ich mich um, meine Eltern haben Freunde weiter unten im Tal besucht, und mich gesehen. Sie boten mir an mich im Auto mitzunehmen. Ich lehnte ab: „Danke, ich komme schon klar.“ Und weiter ging es, durch die inzwischen nahezu völlige Dunkelheit. „Das mit den Eulenaugen scheint nicht zu funktionieren“ dachte ich mir nach einigen weiteren Kilometern ohne Sicht. Dann fiel mir ein Satz ein, den ich selbst schon oft genug gesagt, aber wohl erst jetzt richtig verstanden hatte: „Gott beantwortet unsere Gebete! Aber nicht immer so wie wir uns das vorstellen.“ Ich stellte mir vor, dass Gott den Einbruch der Dunkelheit verzögern könnte … mir für kurze Zeit Eulenaugen verleihen würde … oder mir Beine und Lungen wie die von Martin Fourcade geben würde. Doch Gott hatte einen besseren Plan. Er bot mir nicht nur Xenon Scheinwerfer, sondern auch Klimaanlage, Sitzheizung und einen ausgezeichneten Chauffeur an, und das Ganze kostenfrei. Ich erinnerte mich an mein Gebet: Ich wollte schnell und sicher nach Hause. Gott legte komfortabel obendrauf, und ich lehnte ab. „Typisch“ dachte ich mir, Gott will uns reich beschenken, und wie oft lehnen wir seine Hilfe ab? Und das nur weil sein perfekter Plan anders aussieht als wir es erwarten.

 

Gott handelt auf unergründliche Weise. Wir sollen viel von Gott erwarten, müssen aber ebenso bereit sein, dass ER bestimmt wie er uns hilft, und darauf vertrauen dass ER es besser weiß und kann als wir. Paulus schreibt dazu in Römer 11,33-34 „O welcher Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“


Sonntag, 24. Dezember 2017

 

„Weihnachten ? … keine Ahnung“ …

[von Benny]

 

war das Thema des Gästegottesdienstes am 24. Dezember 2017.

Wenn man durch die Straßen geht und die Leute in der Adventszeit nach ihren ersten Gedanken an Weihnachten fragt, bekommt man die Begriffe zu hören, die auf der Einladung zu sehen sind.

 

Doch um was geht es wirklich in dieser Zeit ?

 

Eigentlich ist es doch ein Geburtstag, der hier gefeiert werden soll. Zu einer Geburtstagsfeier bringt man üblicherweise dem Geburtstagskind ein schönes Geschenk mit, über das es sich freuen soll.

Auf der Feier genießt man die gemeinsame Zeit mit den geladenen Gästen, wobei der Mittelpunkt das Geburtstagskind ist und bleibt. Aber an Weihnachten warten die Leute auf das Christkind und den Weihnachtsmann, denn die bringen ja die Geschenke vorbei, sagt der Volksmund. Eine Karikatur aus einem lokalen Anzeigenblatt spricht vom „fetten Mega-Geschenke-Event“. Mit dem wirklichen Geburtstagskind dieses Tages, Jesus Christus, möchten die Wenigsten etwas zu tun haben. Schade, denn sie verpassen das Wichtigste. Wie sehr die Geburt Jesu unser heutiges Leben bestimmt sehen wir alleine daran, wenn wir einen Blick auf unseren Kalender werfen:

 

Wir schreiben das Jahr 2018 nach Christus - Je nach Bundesland haben wir bis zu 17 Feiertage pro Jahr. Davon bleiben nur 4 über, wenn wir die 13 christlichen Feiertage abziehen. Wenn es also keine Geburt in Bethlehem gegeben hätte, dann würde es nur 4 Feiertage geben und die Krippe wäre leer geblieben. Auf der Bühne hatten wir dazu eine Krippe mit etwas Stroh aufgebaut, die aber ansonsten leer war. Jesus Christus wurde aber in Bethlehem vor ca. 2000 Jahren geboren (Matthäus Evangelium 1/18 – 2/2, Micha 5/1) und deswegen muss es für uns nicht mehr heißen „Weihnachten ? … keine Ahnung“, sondern „Weihnachten ? … na klar…“.

 

Auf einer Folie hatten wir die Begriffe der Einladung entsprechend ersetzt. Jetzt hat die Geburt Jesu für uns eine völlig andere Bedeutung. Und wir können nicht nur am 24. Dezember die Geburt Jesu feiern, sondern an 365 Tagen im Jahr. Vergessen wir nicht, dass er nicht in der Krippe blieb, sondern erwachsen wurde und bis zu seinem ca. 35. Lebensjahr in Israel lebte. Seine letzten Stunden als Mensch erlebte er auf Golgatha, als er das größte Versöhnungswerk der Menschheitsgeschichte vollbrachte. Nach Golgatha müssen wir gehen, um die Dimension der Geburt Jesu zu verstehen. Einige Bibelstellen hierzu zeigen uns, wie die Geburt Jesu ein helles Licht in unsere Dunkelheit bringt (Jesaja 49/6, Jesaja 42/6+7, Jesaja 9/2, Johannes Evangelium 8/12).

 

Bleibt die Frage an Dich: Was ist denn das schönste Geburtstagsgeschenk, das sich Jesus Christus von Dir wünschen würde ? Ist es nicht Dein Leben, in dem er gerne Dein persönlicher Herr und Heiland wäre ? Wenn Du ihm Dein Leben schenkst freut er sich sehr darüber und Du erfährst, dass er sich nichts schenken lässt. Er gibt Dir im Gegenzug zigfach wieder zurück: - Du wirst Gottes Kind und erhältst Vergebung Deiner Schuld - Du bekommst bei Deiner Bekehrung den Heiligen Geist - Du lebst ab diesem Zeitpunkt in ewiger Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, auch über den Tod hinaus - etc. etc. etc.

 

Gib auch Du dem Herrn Jesus Christus das schönste Geburtstagsgeschenk:

Dein Leben


Sonntag, 22. Oktober 2017

 

Das 4-fache Ackerfeld

[von Benny]

 

Der steinige und felsige Boden Hobbygärtner und Landwirte können ein Lied davon singen:

Unkraut wächst auch ohne dass man es sät. Eine Wahrheit, die Jesus im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld (Markus 4,3-20) gekonnt aufgreift. Und das nicht um der großen Volksmenge, die sich um ihn versammelt hatte, zu erklären, wie sie ihre Arbeit zu tun hatten. Das wussten sie sicherlich gut genug. Jesus nutzte hier ein alltägliches Beispiel, das die meisten Menschen damals wie heute verstehen, um eine geistliche Wahrheit zu veranschaulichen:

 

Der Ackerboden steht in dem Gleichnis für unseren Herzensboden, der durch das Pflügen für die Aussaat vorbereitet werden muss. Das Pflügen bedeutet Buße, also Umkehr von alten bösen Wegen, vom Unkraut das entstanden ist, ohne dass man sich je darum gekümmert hat, und hin zu einer neuen Aussaat, hin zum Leben mit Jesus. Das Saatgut ist im Gleichnis Gottes Wort. Es wird durch Gemeinschaft mit Christen, Bibelstudium oder dem Hören einer Predigt gesät. Doch genauso wie es auch in der Landwirtschaft vom Boden abhängt wie sich das Saatgut entwickelt, so nehmen auch unsere Herzensböden Gottes Wort ganz unterschiedlich auf. Das erklärt Jesus schließlich in Markus 4,13-20

 

Im Folgenden konzentrieren wir uns auf den felsigen Boden, auf dem das Saatgut zwar schnell aufgeht, aber auch schnell wieder verdorrt. (Markus 4,5-6; 16-17) Die Pflanze, die hier beschrieben wird, kann in der dünnen Erdschicht keine festen Wurzeln entwickeln und es mangelt ihr damit an Nahrung und Stabilität. Sie geht zwar schnell auf, doch wenn die Bedingungen rauer werden geht sie bald wieder ein. Die Sonne verbrennt sie.

 

Dies ist ein Bild für einen Menschen der kein „geistliches Rückgrat“ hat. Jemand, der der frohen Botschaft zwar zunächst Glauben schenkt, doch der sobald die erste Euphorie abgeklungen ist und sich Schwierigkeiten oder Widerstände andeuten in sein altes, sündiges Leben zurückkehrt.

Wie aber gelingt es mir nun, ein „geistliches Rückgrat“ aufzubauen? Wie kann ich „feste Wurzeln“ schlagen und die Sonne zur „Photosynthese“ nutzen anstatt von ihr verbrannt zu werden?

 

Die Bibel gibt uns in Psalm 1,1-3 (Gute Nachricht Bibel) die Antwort:

„Wie glücklich ist ein Mensch, der sich nicht verführen lässt von denen, die Gottes Gebote missachten, der nicht dem Beispiel gewissenloser Sünder folgt und nicht zusammensitzt mit Leuten, denen nichts heilig ist. Wie glücklich ist ein Mensch, der Freude findet in den Weisungen des Herrn, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und darüber nachdenkt. Er gleicht einem Baum, der am Wasser steht; Jahr für Jahr trägt er Frucht, sein Laub bleibt grün und frisch. Was immer ein solcher Mensch unternimmt, es gelingt ihm gut.“

 

Der Psalm zeigt uns klar, was wir tun sollen und wovon wir uns besser fernhalten: Schlechte Gesellschaft kann wie ein Fels in unserem Herzensboden sein, der unserem Glauben jede Chance raubt, sich fest zu verwurzeln. Davor warnt der Psalmist. Gottes Wort allerdings ist wie ein Bach, der unsere Wurzeln, solange er kontinuierlich fließt, reichlich mit Nahrung versorgt und unseren Glauben dadurch wachsen und gedeihen, und auch Schwierigkeiten überstehen lässt. Lassen wir ihn nicht versiegen. Bringen wir Regelmäßigkeit in unser Bibelstudium, um solch ein Mensch zu werden wie er in Psalm 1 beschrieben wird.


Sonntag, 15. Oktober 2017

 

Außer Thesen nix gewesen?!

[von Benny]

 

Was wollte Luther? Was ist wirklich geschehen?

Zu diesem Thema referierte am vergangenen Sonntag Friedemann Wunderlich, Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa.

Um das Ausmaß und die Auswirkung der 95 Thesen, die Dr. Martin Luther im Jahre 1517 veröffentlicht hat zu veranschaulichen versetzte uns der Redner zunächst in die Zeit um 1500 zurück. Und damit in eine Welt in Aufruhr. In eine Welt die von Angst geprägt war. Angst vor dem Krieg, Angst vor der Pest und allen voran Angst vor dem Fegefeuer. Das Geschäft mit dem Ablass boomte.

 

Luthers Ansichten waren auch damals keine Neuheit. Er trat in die Fußstapfen einer ganzen Reihe sogenannter Reformatoren. John Wycliff, der englische Bibelübersetzer etwa. Oder Jan Hus, der tschechische Theologe der in Konstanz am Bodensee für seine kirchenkritischen Schriften hingerichtet wurde, allesamt Glaubenshelden, die die Reformation zwar ins Rollen, aber aufgrund vieler Hindernisse nie endgültig in Schwung brachten. Als im Jahre 1456 der moderne Buchdruck praxistauglich wurde, war der Grundstein für die endgültige Reformation gelegt und damit die Zeit für den bekanntesten aller Reformatoren gekommen: Dr. Martin Luther. Der verurteilte den Ablasshandel in seinen 95 Thesen aufs schärfste, ermöglichte es dem einfachen Volk eine aus dem Urtext übersetzte Bibel in verständlicher Sprache zu lesen und sprach von einem gnädigen Gott.

 

ALLEIN die Schrift

ALLEIN die Gnade

ALLEIN der Glaube

ALLEIN Christus

ALLEIN Gott die Ehre

 

So fasste Luther es zusammen und gab dem Volk, das nach wie vor in ständiger Angst lebte und selbst dem Klerus nicht mehr traute, eine neue Hoffnung. Die Menschen sehnten sich nach nichts mehr, als nach einem gnädigen Gott – nach einem Gott der ihren Glauben und nicht ihr Geld verlangte. Den Beweis für diesen gnädigen Gott lieferte Luther mit dem Bibeltext aus Römer 3,23-26:

„Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes und werden ohne Verdienst gerechtfertigt aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist, den Gott dargestellt hat als Sühnopfer durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen der Nachsicht mit den vorher geschehenen Sünden unter der Geduld Gottes; zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit; dass er gerecht ist und den rechtfertigt, der den Glauben Jesu hat.“

 

Und wie wichtig ihm die Frohe Botschaft dieses gnädigen, liebenden Gottes war, nach dem auch er sich vor seiner alles verändernden Erkenntnis jahrelang sehnte, zeigt sich in den letzten Worten seines Lebens, die er auf dem Sterbebett im Kreise seiner Familie sprach. Er zitierte die ihm sicher mehr als vertrauten Worte aus Johannes 3,16:

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit alle die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“

 

Wägen wir uns nicht der falschen Sicherheit, die uns heute vermittelt wird. Machen wir uns stattdessen bewusst, dass auch heute – genau wie vor 500 Jahren - Krieg, Krankheit und Tot allgegenwärtig sind und vertrauen wir diese Probleme nicht Menschen an, die uns vermeintliche Lösungen verkaufen wollen, sondern vertrauen wir Gott. Dem Gott der nur unseren Glauben will. Das wollte Luther!


Sonntag, 8. Oktober 2017

 

Die Rolle der Christen in der Welt

[von Benny]

 

Der heutige Predigttext beschäftigt sich mit der Rolle von Christen in der Welt, sowie der einzigartigen Einstellung der Bibel gegenüber politischen Instanzen, welche sich von der aller anderen Religionen grundlegend unterscheidet. Gerade unmittelbar nach ereignisreichen Bundestagswahlen in Deutschland ein hochaktuelles Thema. Alle anderen Religionen geben die politische Richtung entweder komplett vor, oder enthalten sich vollständig aus dem politischen Geschehen. Biblisch ist beides nicht. Wir haben den Auftrag uns an irdische Gesetze zu halten, sie gelten auch vor dem himmlischen Richter. Als Christen sollten wir Solidarität gegenüber der politischen Spitze zeigen, und in allererster Linie für diese beten. Der aktuelle große Wohlstand und die Freiheit in unserem Land sind wohl noch vor unserer Tüchtigkeit den Gebeten vieler Christen für die Regierung zuzuschreiben. (1. Timotheus 2,1-3)

 

In Titus 3,1+2 lesen wir wie Paulus Titus beauftragt, der Gemeinde praktisch zu helfen in dieser Welt zu leben. Die Worte die Paulus hierfür findet sind auch und besonders für uns heute ein sehr guter Kompass anhand dessen wir unser tägliches Verhalten norden können:

„Erinnere die Gläubigen daran sich der Regierung und den Behörden unterzuordnen, ihren Befehlen Folge zu leisten und jederzeit bereit zu sein, Gutes zu tun. Sie sollen über niemand schlecht reden und keinen Streit suchen, sondern friedfertig sein und allen Menschen mit aufrichtiger Freundlichkeit begegnen.“

 

Durch den Sündenfall gibt es allerdings auch bei Christen eine Disharmonie. Wie kann ich als Sündiger Mensch ein christliches Leben führen? Hier gibt es drei weit verbreitete Ansätze, von dem allerdings nur der letztgenannte dem biblischen Anspruch an uns Christen gerecht wird:

I. Doppelleben: Christen, die zwar Gottesdienste besuchen und nach außen eine fromme Maske tragen, deren Alltag sich tatsächlich aber kaum vom nichtchristlichen Lebenswandel unterscheidet. > Die Disharmonie bleibt bestehen.

II. Anpassung: Christen, die sich darauf berufen ,dass wir ohnehin alle Sünder sind, und dementsprechend auch kein anderes Leben als Nichtchristen führen müssen. Sie schwimmen mit dem Strom. > Die Disharmonie bleibt bestehen.

III. Einsicht: Wenn wir einsehen, dass wir aus uns selbst heraus das christliche Leben nicht führen können, egal wie sehr wir uns anstrengen, sondern den Einzigen der es kann - Jesus Christus - es durch uns leben lassen, dann dürfen wir wie es Paulus in Römer 6,12 beschreibt Sieg über Schuld und Sünde erfahren und uns nicht länger von der Sündenlast beherrschen lassen.

 

Die Disharmonie verschwindet erst wenn ich akzeptiere, dass ich nur durch Jesus ein christliches Leben führen kann. Dann wandelt sich Sieg über Sünde in Dankbarkeit für seinen Opfertod, welcher uns dies ermöglicht. Lasst uns aus Dankbarkeit für den Preis den Gott für uns gezahlt hat und zu seiner Ehre (1. Korinther 6,20) in unserem Umfeld so leben, dass es ihm Ehre macht, und andere Menschen sein Wesen in unserem Verhalten erkennen können. Erinnern wir uns gleichzeitig demütig daran dass auch wir „(…) ohne Einsicht und Verständnis (…)“ waren. (Titus 3,3)